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Porträt Frau Marietta Marik                  

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Wenn es eine Persönlichkeit gibt, die die Eiskunstlaufabteilung geprägt hat, ja ohne die es in Bielefeld gar kein Eiskunstlaufen geben würde, dann ist das Frau Marietta Marik.
Frau Marik ist gebürtige Ungarin. Ihre Wiege stand in Budapest und bereits im Alter von 4 Jahren begann sie mit dem Schlittschuhlaufen, angeregt durch den Besuch einer Eisbahn mit ihrem Vater, der selbst ein erfolgreicher Eisschnellläufer war. Von dieser Stunde an hat sie das Eislaufen nicht mehr losgelassen. Allerdings tat sie es nicht dem Vater nach, ihre Vorliebe galt von Anbeginn – sicher auch wegen ihrer musikalischen Begabung – dem kunstvollen Springen und Pirouettendrehen in Verbindung mit Musik, dem Eiskunstlaufen.
In vielen Jahren eisernen Trainings – teils unter großen persönlichen Opfern der Eltern – gelang Marietta Marik der Sprung an die Spitze der ungarischen Eiskunstläufer, sie wurde ungarische Staatsmeisterin.
Kurze Zeit nach diesem Erfolg wechselte sie ins Profilager und ging als Solistin zur Ungarischen Eisrevue. Da Energie eine der herausragenden Eigenschaften der Erfolgstrainerin ist, begann sie neben ihrer Eislaufkarriere ein Studium für Maschinenbau an der Universität Budapest, das sie als Diplomingenieur beendete.
Doch damit nicht genug: In diese Zeit fällt auch noch die Herstellung eines Spielfilmes über das Leben eines Eisrevue-Stars, in dem Marietta Marik neben bekannten ungarischen Filmschauspielern die Hauptrolle übernahm.
1965 verließ Marietta Marik ihr geliebtes Heimatland und folgte einem Angebot, mit der Wiener Eisrevue als Solistin die westliche Hemisphäre der Erde näher kennen zu lernen. So hat sie 2 ½ Jahre lang die Welt bereist.
1968 hing der beliebte Star der Wiener Eisrevue seine Profischlittschuhe an den berühmten Nagel und kehrte ins Amateurlager zurück; diesmal allerdings nicht als aktive Kunstläuferin, sondern als Trainerin. Während dieser Zeit drückte Marietta Marik auch noch einmal die Schulbank und erwarb an der Sporthochschule in Graz ihr Diplom als Eiskunstlauf-Trainerin.
7 Jahre arbeitete sie als Trainerin im österreichischen Eislaufverband. Diese Zeit bescherte der Newcomerin viele Erfolge; sie errang mit ihren Schützlingen unter anderem 2 nationale Juniorenmeistertitel und eine Läuferin führte sie in der Meisterklasse bis zur Teilnahme an der Europameisterschaft.
1975 übersiedelte die Ungarin von Klagenfurt nach Bielefeld und begann, aus dem „weißen Eiskunstlaufflecken Bielefeld“ bereits nach kurzer Zeit auf der nordrhein-westfälischen Eislaufverbandskarte einen viel beachteten und geschätzten bunten Tupfer zumachen.
In den 29 Jahren ihrer Bielefelder Tätigkeit sind mehrere „Eislaufgenerationen“ unter ihrer Führung aufgewachsen. Mit viel Liebe zu den ihr anvertrauten jungen Menschen und ihrem ausgeprägtem pädagogischen Talent, verbunden mit einem nimmermüden Elan, hat die „Trainerin aus Leidenschaft“ 11 nordrhein-westfälische Meistertitel nach Bielefeld geholt, 13 Mannschaftspokale gewonnen und sogar einige Siege bei internationalen Wettbewerben errungen. Auch drei Teilnahmen Bielefelds an der Deutschen Meisterschaft im Eiskunstlaufen gehören zur ansehnlichen Ausbeute ihres sportlichen Schaffens. 1981 wurde sie für ihre Verdienste im Sport von der DOG mit der Ehrenplakette ausgezeichnet. Marietta Mariks größter – und vielleicht schönster – Erfolg war der Gewinn der Nationenwertung mit ihrem Verein DSC Arminia Bielefeld bei einem internationalen Wettbewerb im Jahr 1988 in ihrer Heimatstadt Budapest.
Frau Marik beendete ihre außergewöhnliche Karriere im Jahr 2004. Dennoch ist sie der Eiskunstlaufabteilung bis heute verbunden. In Anerkennung ihrer Verdienste wurde der Wettbewerb, den die Abteilung seit einigen Jahren in Bielefeld durchführt, nach ihr benannt und selbstverständlich lässt es sich Frau Marik nicht nehmen, den Pokal persönlich zu überreichen.

 

Die Eiskunstlaufabteilung – von den Anfängen bis heute

Eine damals kleine Eiskunstlaufgruppe des „Bielefelder Roll- und Schlittschuhclub“ hat sich 1980 auf Initiative ihrer seinerzeitigen Vorsitzenden, Frau Dr. Ingelinde Poche-Blohm, dem DSC Arminia Bielefeld e.V. angeschlossen.
In dieser Zeit waren die Bielefelder Eiskunstläufer nach 5jährigen harten Training unter ihrer Trainerin Marietta Marik allerdings schon in der Eiskunstlauf-Szene NRW kein unbeschriebenes Blatt mehr. Unter schwierigen Bedingungen hatte diese kleine Gruppe 1975 mit sehr viel Idealismus begonnen.
Die „Männer der ersten 1. Stunde“ waren fast ausschließlich Frauen: Frau Dr. Ingelinde Poche-Blohm, Frau Ursula Johenning, Frau Karin Indiesteln, das Ehepaar Solfrian und Frau Marietta Marik. Dazu eine kleine Schar eiskunstlaufbegeisterter Kinder. Mit dem Anschluss an den DSC Arminia Bielefeld unter der damaligen Präsidentschaft von Herrn Dr. Jörg Aufderheide gelang es, das Eiskunstlaufen in Bielefeld noch populärer zu machen.
Bereits 1982 gelang es, den ersten NRW – Meistertitel nach Bielefeld zu holen. Das war der erste Titel einer Erfolgsgeschichte, die sich bis heute fortsetzt.
Heute erfolgt der Einstieg in das Eiskunstlaufen in der Regel über die Kinderkurse. Diese finden zwei Mal wöchentlich statt. Unter der Anleitung von unseren Trainern gewinnen die Teilnehmer hier Sicherheit auf dem Eis, lernen das Bremsen und auch schon erste kleinere Figuren. Damit der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt, wird auch dem Spielen auf dem Eis Raum gegeben. Am Ende einer jeden Eislaufsaison können die Kinderkursteilnehmer dann ihr „Eisflitzerdiplom“ ablegen, das jedes Mal mit großem Stolz entgegen genommen wird.
Sind die Grundlagen unseres Sports dann erlernt, wechseln die Kinder und Jugendlichen über in das normale Training, welches vier Mal in der Woche angeboten wird. In alters- und leistungsgerecht aufgeteilten Kleingruppen werden die vorhandenen Kenntnisse vertieft. Hier geht es jetzt um das Erlernen von Schritten, Pirouetten und Sprüngen.
Auch hier muss ein bestimmtes Leistungsniveau erreicht sein, bevor der nächste Schritt erfolgen kann, nämlich das Erlernen einer Eiskunstlaufkür, d.h. das Laufen einer Choreographie nach Musik.
Die ersten Küren dauern eine Minute und werden auf einem Drittel der Eisfläche gelaufen. Die fortgeschrittenen LäuferInnen haben dann längere Küren und laufen auf der ganzen Eisfläche.
Für alle, die ihr Können gerne mit anderen messen möchten, gibt es die Möglichkeit an Eiskunstlaufwettbewerben teilzunehmen. Diese finden in ganz Nordrhein-Westfalen und auch darüber hinaus statt. Beliebte Wettbewerbsorte sind Dortmund, Soest , Iserlohn und Krefeld, um hier nur einige zu nennen.

Darüber hinaus erarbeiten wir jedes Jahr mit allen unseren Aktiven ein großes Schaulaufprogramm, das jedes Jahr unter einem neuen Motto steht. Von Saisonbeginn an wird dann jede Woche geprobt, Kostüme werden genäht uns am Ende entsteht eine attraktive Eisshow, die der Öffentlichkeit auf unsrer traditionellen „Winterfete auf dem Eis“ präsentiert wird. Die Winterfete findet in der Regel Ende Januar statt und bietet den Besuchern ein buntes Programm. Jeder kann selber nach Lust und Laune sein Können auf Kufen ausprobieren und drei Mal über den Tag verteilt zeigt die Eiskunstlaufabteilung ihr Schaulaufprogramm. Die Veranstaltung wird professionell moderiert, es gibt eine große Tombola und die Abteilung sorgt auch für das leibliche Wohl der Besucher.
Ein weiteres Highlight der Saison ist der Marietta-Marik-Pokal, ein großer Wettbewerb im Eiskunstlaufen, den die Abteilung in Bielefeld auf der Oetker-Eisbahn durchführt. Der Wettbewerb wurde nach unserer jahrelangen Erfolgstrainerin, Frau Marietta Marik, benannt und fand das erste Mal im Jahr 2010 statt.
Die Eissaison dauert sechs Monate von Oktober bis März. In der eisfreien Zeit trainieren wir in der Halle. Zusätzlich findet jedes Jahr in den Sommerferien ein Trainingslager in Willingen (Sauerland) statt. Damit sind unsere Aktiven gut gerüstet für die neue Saison.

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