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Marietta Marik

 
     
 

Dienerin einer Leidenschaft - seit mehr als 30 Jahren

 
     
 

Arminias Eiskunstlauf-Trainerin, Marietta Marik, stand am 11.11.1997 29 Jahre als Lehrerin in Sachen Eissport auf dem Eis. Von diesen 29 Jahren arbeitet sie seit 22 Jahren in Bielefeld- mit beachtlichen Erfolgen. Marietta Marik ist gebürtige Ungarin. Ihre Wiege stand in Budapest, und bereits im Alter von vier Jahren begann sie mit dem Schlittschuhlaufen - angeregt durch den Besuch einer Eisbahn mit ihrem Vater, der selbst ein erfolgreicher Eisschnellläufer war. Von dieser Stunde an hat sie das Eislaufen nicht mehr losgelassen. Allerdings tat sie es nicht dem Vater nach: Ihre Vorliebe galt von Anbeginn
- sicher auch wegen ihrer musikalischen Begabung -
dem kunstvollen Springen und Pirouettendrehen in Verbindung mit Musik, dem Eiskunstlaufen.

Marietta Marik
 
     
 

In vielen Jahren eisernen Trainings - teils unter großen persönlichen Opfern der Eltern - gelang Marietta Marik der Sprung an die Spitze der ungarischen Eiskunstläufer: Sie wurde ungarische Staatsmeisterin.

Kurze Zeit nach diesem Erfolg wechselte sie ins Profilager und ging als Solistin zur Ungarischen Eisrevue. Da Energie eine der herausragenden Eigenschaften der Erfolgstrainerin ist, begann sie neben ihrer Eislaufkarriere ein Studium für Maschinenbau an der Universität Budapest, das sie mit dem "Diplom-Ingenieur" in der Tasche beendete.

Doch damit nicht genug: In diese Zeit fällt auch noch die Herstellung eines Spielfilms über das Leben eines Eisrevue-Stars, in dem Marietta Marik neben bekannten ungarischen Schauspielern die Hauptrolle übernahm. In über 60 Ländern flimmerte dieser musikalische Unterhaltungsfilm, gespickt mit vielen herrlichen Eislaufszenen, Anfang der 60er Jahre über die Leinwand.

1965 verließ Marietta Marik ihr geliebtes Heimatland und folgte einem Angebot, mit der Wiener Eisrevue als Solistin die westliche Hemisphäre der Erde näher kennen zu lernen. So hat sie 2 1/2 Jahre lang die Welt bereist und dabei sehr viel gelernt.

1968 hing der beliebte Star der Wiener Eisrevue ihre Profischlittschuhe an den berühmten Nagel und kehrte ins Amateurlager zurück; diesmal allerdings nicht als aktive Kunstläuferin, sondern als Trainerin. Während dieser Zeit drückte Marietta Marik noch einmal die Schulbank und erwarb an der Sporthochschule Graz ihr Diplom als Eiskunstlauf-Trainerin.

Sieben Jahre arbeitete sie als Trainerin im Österreichischen Eislaufverband. Diese Zeit bescherte der Newcomerin allerlei schöne Erfolge; sie errang mit ihren Schützlingen unter anderem zwei nationale Juniorenmeistertitel, und eine Läuferin führte sie in der Meisterklasse bis zur Teilnahme an der Europa-Meisterschaft.

1975 übersiedelte die energiegeladene Ungarin von Klagenfurt nach Bielefeld und begann, aus dem "weißen Eiskunstlauf-Flecken Bielefeld" bereits nach kurzer Zeit auf der nordrhein-westfälischen Eislaufverbandskarte einen beachteten und geschätzten bunten Tupfer zu machen.

In den 22 Jahren ihrer Bielefelder Tätigkeit sind mehrere Eislaufgenerationen unter ihrer Führung herangewachsen. Mit viel Liebe zu den ihr anvertrauten jungen Menschen und ihrem ausgeprägten pädagogischen Talent, verbunden mit einem nimmermüden Elan, hat die "Trainerin aus Leidenschaft" 11 nordrhein-westfälische Meistertitel nach Bielefeld geholt, 13 Mannschaftspokale gewonnen und sogar einige Siege bei internationalen Wettbewerben gegen schwere Konkurrenz erworben. Auch drei Teilnahmen Bielefelds an der Deutschen Meisterschaft im Eiskunstlaufen gehören zur ansehnlichen Ausbeute ihres sportlichen Schaffens.

1981 wurde sie für Verdienste im Sport von der DOG mit der Ehrenplakette ausgezeichnet. Marietta Mariks größter - und vielleicht schönster - Erfolg war der Gewinn der Nationenwertung mit ihrem Verein DSC Arminia Bielefeld bei einem internationalen Wettbewerb im Jahre 1988 in ihrer Heimatstadt Budapest.

Durch ihre vielen Verbindungen innerhalb der Eislaufszene sind die Bielefelder Eiskunstläufer immer wieder gern gesehene Gäste bei Veranstaltungen im In- und Ausland, zumal sie in jeder Alters- und Leistungsgruppe bis zur Meisterklasse vertreten sind. 29 Jahre Eiskunstlauf-Trainerin: Das bedeutet viel Schweiß, viel Stress, viel Mitbangen und Mitleiden mit den Schützlingen bei jedem Wettkampf. Was Nerven kostet, aber das heißt auf der anderen Seite auch viel Freude an der Zusammenarbeit mit jungen Menschen, die aus ihrem Leben mehr machen wollen als andere.

Aus der Perspektive von Marietta Marik liest sich der Rückblick auf ihre Arbeit so:

"Wenn ich an diese 29 Jahre zurück denke, war es eine wunderschöne Zeit. Ich glaube, dass unser Sport unseren Kindern viel für ihren künftigen Lebensweg mitgegeben hat. Sie haben bei uns Disziplin, Fleiß und Mannschaftsgeist gelernt. Für meinen größten und schönsten Erfolg halte ich persönlich, dass ich zu fast allen meinen Schülern bis zum heutigen Tage andauernde angenehme menschliche Kontakte habe, die hoffentlich nie abreißen werden. Einige sind selbst Trainer geworden, eine Schülerin ist heute Preisrichterin bei Europa- und Weltmeisterschaften. Man fragt mich oft um Rat in fachlichen und auch persönlichen Dingen- daran erkenne ich, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen konnte, jungen Menschen für ihren Lebensweg etwas mit zu geben, und zwar etwas mehr als nur die reine Freude am Sport. Das macht mich glücklich.

Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre für die Jugend in unserem Verein tätig und ihr behilflich sein kann, in unserem schönen Sport Erfolge zu erringen. Last, not least, möchte ich mich bei allen Menschen herzlich bedanken, die mir zur Seite gestanden sind und die mir geholfen haben, meiner Arbeit mit Freude nachzugehen; denn ohne ihre Gemeinschaft hätten wir in Bielefeld nicht das geschafft, worauf wir heute mit Stolz zurück blicken können."

Bielefeld, im November 1997

Ende 2004 beendete Marietta Marik ihre Arbeit in der Eiskunstlauf-Abteilung und übergab ihre Aufgaben an Manuela Schildknecht (geb. Prijic).